Was ist euch Tierwohl wert

Alle Verbraucher wollen, dass es den Tieren gut geht – wir natürlich auch und machen dafür einiges, das am Ende viel Geld kostet. Kuhkomfort und Tierwohl gibt’s aber nicht kostenlos, sondern muss an der Ladenkasse bezahlt werden. KuhTuber Helmut zeigt, wie er seinen älteren Stall jedes Jahr ein bisschen modernisiert, um seinen Kühen ein gutes Leben zu bieten. Was ist euch dieses Tierwohl wert?

Jeden Tag gibt mehr als ein Betrieb auf

Wir alle möchten auch in Zukunft noch auf diesem Planeten leben können. Wenn wir so weiter machen wie bisher, wird es allerdings eng– da sind sich die meisten einig. Darum gibt es auch viele Ideen für Veränderungen. Manche populären Vorschläge sind aber brandgefährlich, weil die Komplexität der Landwirtschaft und ihre wichtige Rolle in der Gesellschaft vernachlässigt wird. Eine Konsequenz solcher Vorschläge: 2021 haben alleine in Niedersachsen 392 (!) Milchbauernhöfe den Betrieb eingestellt– statistisch gesehen also mehr als ein Betrieb pro Tag– von den daraus resultierenden Problemen für die regionale Lebensmittelversorgung und die nachgelagerten Bereiche gar nicht gesprochen. Die Art und Weise, mit der gesellschaftliche und politische Veränderung gerade voran getrieben werden, bringt das System aber kurz davor zusammenzubrechen, meint KuhTuber Amos.

Wie weit soll das noch gehen?

Alle sechs Tage werden die Flächen von unseren Landwirten aus dem All fotografiert. Dazu haben wir ja bereits einen Film gemacht. Nun gibt es aber ein Problem: Die künstliche Intelligenz, die die Fotos analysiert, ist bei Grünland sehr fehleranfällig. Darum müssen die Landwirte während der besonders stressigen Erntezeit nun selbst rausfahren und mit einer vorgegebenen App Fotos von den nicht analysierbaren Flächen machen. Bei KuhTuber Amos sind nahezu alle Flächen betroffen – ein Arbeitsaufwand von weit mehr als einem ganzen Tag muss er investieren. Obwohl die Maßnahme freiwillig ist, drohen ernste betriebliche Konsequenzen, wenn man es nicht tut.

Ohne Gas sind die Regale leer

Es klingt wie eine Übertreibung, aber die Realität sieht so aus: Ohne Gas keine Milch, keine Butter, kein Joghurt. Die Gründe dafür sind vielfältig und betreffen bereits nach wenigen Tagen auch uns Verbraucher, denn Milch und die daraus hergestellten Milchprodukte sind nicht lange haltbar. Und damit ist das Szenario noch nicht zu Ende, sagt KuhTuber Amos, denn was passiert mit den Tieren und Landwirten? Würden sie einen Gasstopp überleben?

Diese Erfahrung hat alles verändert

Gast-KuhTuberin Louisa hat Großes vor: Sie wird den Betrieb von ihren Eltern übernehmen – mit über 500 melkenden Kühen, mehr als 20 Mitarbeitern und einer Biogasanlage mit genügend Power für 3000 Haushalte. Obwohl die Begeisterung für Landwirtschaft in ihrer DNA verankert ist, war für sie nicht immer klar, ob sie wirklich Landwirtin werden will – bis zu dieser einen bestimmten Erfahrung, die alles verändert hat…

Was will die Gesellschaft in Zukunft?

Unsere Landwirte sind aktuell zwischen den gesellschaftlichen Ansprüchen, den politischen Entscheidungen und den eigenen betrieblichen Möglichkeiten hin und her gerissen. Auch KuhTuber Amos fragt sich: In welche Richtung soll es gehen? Fakt ist: Je effektiver die Milchbauern arbeiten, desto besser fällt die Klimabilanz pro Kilogramm Milch aus. Zur Wahrheit gehört dann aber bspw. auch, dass weniger Extensivierung der Flächen stattfinden kann. Wie schaffen wir es, Effektivität in der Milchwirtschaft und Artenvielfalt 
und Klimaschutz in Einklang zu bringen. Was denkt ihr?

Zu Gast bei My KuhTube

Sie bezeichnet sich selbst als „kleinstes Licht auf dem Betrieb“ aber auch als „Tante für die Öffentlichkeitsarbeit“: Gast-KuhTuberin Silke arbeitet zwar nicht so viel im Kuhstall bei den Kühen, sucht dafür jedoch leidenschaftlich gerne die direkte Diskussion mit Verbrauchern in Fußgängerzonen, Innenstädten und sogar Bussen und macht dabei durchaus tolle Erfahrungen mit den Menschen. Stolz zeigt sie ihren Betrieb und erklärt unermüdlich die Arbeit mit den Kühen. Was für sie dabei ein gelungenes Gespräch ausmacht, verrät sie in ihrem heutigen Gastbeitrag. An dieser Stelle sagen wir: Vielen Dank für deinen Einsatz, Silke! Übrigens: Wenn ihr Silke mal live sehen wollt, dann könnt ihr sie morgen beim Tag der Niedersachsen in Hannover treffen – ab 16 Uhr gegenüber dem Neuen Rathaus.

Richtiger Pflanzenschutz schadet den Bienen nicht

Zwei Hände reichen nicht aus, um alle Arbeitsschritte aufzuzählen, die für eine perfekte Grassilage nötig sind. Was erstmal total einfach klingt, hat extrem viel mit moderner Technik, Fleiß und dem gewissen Gespür fürs Wetter und die Pflanzen zu tun. Eine zusätzliche Herausforderung: Gerade beim ersten Grasschnitt des Jahres müssen unsere Landwirte besonders auf die jungen Rehkitze aufpassen, die meist regungslos im Gras liegen. Aber auch hier entwickelt sich die Landwirtschaft weiter, weshalb mittlerweile vielerorts Drohnen mit Wärmebildkameras zum Einsatz kommen. Und der Aufwand lohnt sich, denn Grassilage macht ungefähr 50% des Grundfutters der Kühe aus. Daher muss jeder Handschlag sitzen. Unsere KuhTuber Karin und Dirk erklären euch den gesamten Ablauf im Detail und erzählen auch welchen Grund jeder Arbeitsschritt hat.